Historie

Vom Bindfadenhaus zum Zulieferer der Industrie mit individuell gefertigten Teilen aus selbstklebenden Materialien

 

 

Historie von 1914 bis heute

Eine über 100-jährige Unternehmensgeschichte der besonderen Art … 1914 fing alles an… erst im Handel mit Bindfaden und Riemen … und später

In mehr als 100 wechselvollen Jahren entwickelte sich das Bindfadenhaus Gustav Scharnau vom Handelshaus für Bindfäden, Wurst- und Bindegarnen sowie Verpackungsmaterial zum Zulieferer der Industrie mit individuell gefertigten Teilen aus selbstklebenden Materialien.

Im Jahr 1914 wurde außer dem Panamakanal auch das Bindfadenhaus Gustav Scharnau eröffnet. Die Berliner Gesellschaft „Universum Film“ (heute UFA GmbH) startete 1917, Mercedes Benz 12 Jahre später und Grundig sogar erst 26 Jahre später.

Von Beginn entwickelte sich das kleine Bindfadenhaus prächtig. Alles hing am starken Faden. Und am Riemen. Denn außer mit Bindfäden wurde mit Treibriemen gehandelt. In den 30iger Jahren zählte die Firma schon 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der zweite Weltkrieg machte dieser wirtschaftlichen Hochphase des aufstrebenden Unternehmens jedoch ein jähes Ende.

Mit Gründung der DDR 1949 wurde das repräsentative Grundstück und der Unternehmenssitz der Familie Schach ) in Pankow in der Cottastraße 2 enteignet. (Anmerkung: die Unternehmerin Erna Scharnau hatte den Schuhfabrikanten Ferdinand Schach geheiratet.) Somit musste die Firma in der Berliner Brunnenstraße verteilt auf drei Kellerräume neu aufgebaut werden. Dies geschah nur 200 Meter „westwärts“ hinter der späteren Mauer. 200 Meter „ostwärts“ und die Geschichte hätte ganz bestimmt einen komplett anderen Verlauf genommen.

Die nachfolgende dritte Generation startet durch mit neuen Ideen. Das Klebeband hält 1962 Einzug im Bindfadenhaus en gros.

Mit dieser Einführung durch Horst Schach wurde der Faden mehr und mehr verdrängt. Als Symbol für Kontinuität der geschäftlichen Entwicklung riss er nie ab. Im Firmennamen lebt der Bindfaden jedoch heute noch.

Als im Jahre 1989 der heutige geschäftsführende Gesellschafter Matthias Schach, nach erfolgreich absolviertem Diplom-Studium, das Unternehmen übernimmt, ist der Westen Berlins seit 28 Jahren von einer Mauer umgeben. Der Markt für Klebeband ist „geschützt“ überschaubar und die wichtigsten Geschäftsbeziehungen in den Westen nahezu abgeschnitten.

Doch in dieser epochalen Phase Deutschlands wird von heute auf morgen alles anders. Matthias Schach nutzt die Gunst der viel umjubelten Grenzöffnung. Nur sechs Wochen nach der Geschäftsübernahme holt er erstmals eine Klebebandkonfektionierung ins Unternehmen. Der Grundstein für stetiges Wachstum und neue Geschäftsfelder ist damit gelegt.

Der Umzug 1994 in das moderne Industriequartier Werneuchen bot die besten Voraussetzungen dafür, die Fertigung auf eigenen Maschinen zu realisieren. Nun verschwinden Verpackungsmaterial und Bindfaden endgültig aus dem Handelsprogramm. Aus dem einstigen reinen Handelsunternehmen ist ein weiterverarbeitender Betrieb geworden.

Ohne Klebebänder läuft nichts mehr… 1995 beschloss Matthias Schach den Aufbau eigenständiger Bereiche für speziell konfektionierte und individuelle Klebelösungen und Zulieferteile.

Das QM-System ISO 9001 wird 2002 zertifiziert, ISO 14001 folgt im Jahr 2005. Zum 100 jährigen Firmenjubiläum 2014 haben wir das QM-System der Automobilindustrie ISO/TS 16949 eingeführt und auch zertifiziert bekommen. So wachsen wir in Qualität und Leistungsumfang kontinuierlich mit den Anforderungen unserer Kunden.

In vierter Generation vereint das Bindfadenhaus en gros Gustav Scharnau Tradition und Innovation. Untrennbar. Wie das stärkste Klebeband. Und so wird es und soll es auch bleiben…

Quellen: Matthias Schach