Unternehmensgeschichte
Tradition, die verbindet
1914 gründete Gustav Scharnau das Handelshaus Bindfadenhaus en gros Gustav Scharnau (Gustav Scharnau GmbH) in Berlin. Geschäftsinhalt war der Handel mit Bindfäden, Wurst- und Bindegarnen und Verpackungsmaterial.
Die Leitung der Firma übertrug Gustav Scharnau bereits kurz nach der Gründung seiner Tochter Erna, die zuvor eine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel absolvierte. In den 30iger Jahren beschäftigte die Firma ca. 35 Mitarbeiter und war nach heutigen Maßstäben ein Distributor für Bindfäden und ähnliche Produkte.
1945 begann der Neuaufbau, der 1961 durch den Mauerbau abermals erforderlich wurde. 1960 übertrug Erna Schach, geb. Scharnau, die Leitung des Bindfadenhauses ihrem Sohn Horst Schach. Die Insellage Berlins erforderte eine Neuausrichtung der Firma weg von landwirtschaftlich geprägten Produkten zu technischen Bedarfsartikeln für Industrie und Handwerk.
Besonders erfolgreich entwickelte sich der Vertrieb von Klebebändern, die Anfang der 60iger Jahre verstärkt Anwendung fanden. Wurden zunächst nur "Scotch-Klebebänder" des Herstellers 3M gehandelt, wurde das Sortiment schon bald mit den tesa-Produkten des Produzenten Beiersdorf ergänzt. Als hochspezialisierter Kleinbetrieb überstand das Bindfadenhaus Scharnau die wirtschaftlich schwierigen Jahre.
Ab 1983 zeigte sich zunehmend der Erfolg der neuen Ausrichtung. Eher zufällig wurde 1989, unmittelbar vor der Maueröffnung, der erneute Generationswechsel vollzogen. Im Alter von 66 Jahren übertrug Horst Schach die Leitung der Firma seinem Sohn Matthias Schach.
Die Folgejahre waren von einer starken Expansion gekennzeichnet. Der Handel mit umsatzschwachen Produkten, z. B. Verpackungsmaterialien, wurde stark eingeschränkt bzw. aufgegeben. Betroffen davon war auch der Namensgeber Bindfaden. Der Produktbereich "Klebebänder" wurde um das Sortiment "Schleifmittel" ergänzt, aus dem reinen Handelshaus wurde 1994 mit dem Umzug nach Werneuchen bei Berlin ein verarbeitender Betrieb.
Der Fokus liegt immer mehr auf der Fertigung und Verarbeitung der Klebebänder und im Jahr 2000 konnte eine neue Fertigungshalle eingeweiht werden. Mit der neuen Halle wurden speziell entwickelter Laser-/ Plotter-Schneid-Anlagen zur Zulieferteil-Fertigung aus selbstklebenden Materialien in Betrieb genommen.
Am 31.10.2002 wurde die Scharnau GmbH für das gelebte Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Die Zertifizierung für das Umweltmanagement nach DIN EN ISO 14001 wurde drei Jahre später nachgezogen. Seit dem 17.03.2003 ist die Scharnau GmbH UL-zertifizierter Schneidebetrieb für die 3M-Elektroprodukte und seit dem 14. Juli 2005 auch UL-zertifizierter Schneidebetrieb für Permacel. Im September 2005 wurde die Firma "Autorisierter Fachlieferant für Industrieklebebänder, Klebstoffe und Spezialprodukte der 3M Deutschland GmbH".
Die Scharnau GmbH wurde 2006 mit dem Zukunftspreis Ostbrandenburg für Mut und Innovationskraft in der Region ausgezeichnet. Und dass dieser Preis nicht ohne Grund an das Unternehmen gegangen ist, beweist auch der Bau von zwei neuen Hallen im Jahr 2007.
Heute beschäftigen sich über 45 Mitarbeiter mit der Konfektionierung und dem Vertrieb von Klebebändern und Schleifmitteln.